Haus Bügelmayer Dornbirn (V)

Entwurfskonzept:
Die Wohn- und Erlebensqualität dieses Hauses entsteht aus der charakteristischen Eigenart der Innenräume und der Einbeziehung der Sichtweiten in den Außenraum.

Aufgrund dieses Entwurfsansatzes sind die Wohnnutzflächen der Einzelbereiche fast ausschließlich nach den funktionalen Erfordernissen (Gehwege, Stellflächen etc.) dimensioniert und Erschließungszonen ohne Abgrenzungen in den Gesamtraum integriert. Das Gefühl der räumlichen Weite im Gebäudeinneren wird durch die großflächigen Verglasungen im Süden und Westen, durch Sicht- und Ausblicksmöglichkeiten sowie Vorzonen im Norden und Osten und durch die Anhebung der üblichen Raumhöhen geschaffen.

Die vom Erdreich abgehobene schalenförmige Hülle des Gebäudes hebt durch ihre Form und die eingesetzten Materialien die Untergliederung in die Bauteile - Wand, Dach, Boden - auf; als einheitliches Ganzes umfängt die schalenförmige Hülle das Volumen, grenzt nach Osten hin ab und bietet die Möglichkeit der primären Öffnung des Gebäudes nach Süden und Westen hin.

Die Wahl des Baustoffes Holz lag in der damit gegebenen Möglichkeit, die Schalen- bzw. Baukörperkonturen sehr schlank zu halten; dies resultiert aus der Möglichkeit die beiden Hauptanforderungen an die Schalen - Konstruktion und Wärmedämmung - in einem Querschnitt vereinigen zu können. Hiedurch konnte der Entwurfsabsicht einerseits im Gebäudeausdruck nach außen hin und andererseits in der auch im Innenraum erlebbaren Bogenschalenkonturen Rechnung getragen werden.


Konstruktion:
Die gesamte Wohnfläche des Erdgeschosses ist unterkellert. Der Keller überragt das angrenzende Gelände um ca. 30 cm.

Auf der Betondecke des Kellergeschosses ist die untere, horizontale, Balkenlage der Erdgeschossholzschale aufgelegt.
Diese Balkenlage überragt den Kellerbereich allseitig und bildet damit nach Süden, Westen und Norden hin einen holzbelegten Gebäudeumgang; nach Osten hin überragt die Bauchung der Erdgeschossschale den Kellerbereich.

Auf der Erdgeschossschale ist die richtungsverdrehte Obergeschossschale aufgesetzt; eine teilweise Auflagerung dieses Bauteiles erfolgte auch auf unterirdischen - nach Norden hin auskragenden - Unterstützungspunkten des Kellergeschosses.
Die Primärkonstruktion der Erd- und Obergeschossschalen ist als Holzrahmenbau ausgebildet. Als Material wurde Konstruktionsvollholz bzw. - für die statisch erforderlichen Einbinder - Brettschichtholz verwendet.
Als Lastabtragungs- bzw. Auflagerungspunkte dienen einerseits Gebäudewände und andererseits einige sichtbare Stahlsäulen im Innenraum; auch die Spindel der Wendeltreppe wurde hiezu herangezogen.

Die Knotenausbildung der Holzkonstruktion ist mit BMF-Verbindern hergestellt; im Bereich der gerundeten Rahmenecken der Obergeschossschale erfolgt die biegesteife Verbindung der Brettschichtholzkonstruktion mit Lochblech und Stabdübeln (BSB-System).
Die Aussteifung des Gebäudes entsteht aus dem Zusammenwirken der - als Holzständerkonstruktion mit OSB-Schälfurnierplatten konstruierten - Wandbauteile und Diagonalverschalungen auf den Oberseiten der waagrechten Schalenbereiche.